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Interkulturelle Lehrwoche
in der Fachdidaktik SoWi mit
Gaststudierenden aus Costa Rica

Demokratiebildung in der Lehrkräfteausbildung
im Ländervergleich

Fünf Masterstudierende von der Universidad de Costa Rica (UCR), San José, waren zusammen mit ihrer Professorin Susanne Müller-Using vom 17. bis 24. Januar 2026 zu Gast in der Didaktik der Sozialwissenschaften an der Universität Duisburg-Essen.

Die Studierenden bereicherten die Diskussion unter Lehramtsstudierenden in den regulären Didaktik-Veranstaltungen mit eigenen Vorträgen aus ihrem Abschlussprojekt. Themen waren u.a. Inklusion, Bildungsangebote für ältere Menschen, Bildung in Jugendgefängnissen. Letztere beide Themen passten inhaltlich zum BFP-Modul im Lehramts-Bachelor, das für Studierende den Blick über den schulischen Tellerrand in vielfältige außerschulische politische Bildungsangebote weitet. Alle Studierenden verfügen bereits über Schulpraxis, so dass auch im Begleitseminar zum Praxissemester in ko-konstruktiven Kleingruppen Erfahrungen ausgetauscht und anhand eines Videobeispiels aus dem LArS-Projekt gemeinsam Handlungsalternativen für die Kernpraktik „Diskussionen anregen und leiten“ entwickelt werden konnten.


Susanne Müller-Using gab mit ihren beiden Vorträgen Einblicke in das Bildungssystem Costa Ricas, die bildungspolitischen Leitideen für die Schul- und Lehrkräftebildung und die Ziele des Philosophieunterrichts. Hier zeigen sich trotz Differenzen der finanziellen und gesellschaftlichen Bedeutung von Bildung im Ländervergleich klare Überschneidungen zu den normativen Zielen der politischen Bildung in Deutschland: kritische Urteilsfähigkeit, Perspektivübernahme und pro-soziales Handeln sind Kernbestandteile der Demokratie- und Menschenrechtsbildung in beiden Ländern.

Anhand ihrer Vergleichsstudie zu „Ethos und Empathie in der pädagogischen Professionalisierung“, die sie im Rahmen der IZfB-Vortragsreihe vorstellte, wurde die stärkere Berücksichtigung des sozialen Kontexts im costaricanischen Unterrichtshandeln thematisiert sowie die zentrale Ausrichtung auf den sozialen Zusammenhalt. Bürger*innen sollen durch Bildung „gute Menschen“ (becoming a good person) werden, und werden weniger als „Humankapital“ ausgebildet.

Dazu passt die Studienstruktur: alle Studierende müssen zuerst ein zweijähriges Studium Generale durchlaufen, bevor sie dann ein Bachelor-Fach wählen. Zudem müssen alle Studierenden 300 Stunden im Dienste der Gemeinschaft leisten, um ihren BA-Abschluss zu erhalten. Diese „Sozialstunden“ werden oftmals durch wissenschaftliche Projekte mit Dozierenden begleitet, so dass die gesellschatfliche Transferforderung in Costa Rica eine reale Bedeutung im Vergleich zu deutschen Universitäten erhält. Für die angehenden SoWi-Lehrkräfte und die Fachdidaktik der Sozialwissenschaften hat der interdisziplinäre Austausch viele neue Impulse gesetzt und war ein interkulturelles Highlight zum Ende des Wintersemesters. Das International Office der UDE ermöglichte mit zwei Exkursionen zu Zeche Zollverein und Kölner Dom inkl. Stadtführung, auch den kulturellen Austausch.