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CIVES-FLiP

CIVES-FLiP

Im Praxissemester werden Lehramtsstudierende in einer fünfmonatigen, externen Ausbildungseinheit nicht an der Universität, sondern praxisnah in der Schule ausgebildet. Sie erproben sich als zukünftige Lehrkräfte im Unterricht und setzen schulpraktische Studien um. Diese Lernform, bei der die Studierenden selbstständig eine sie interessierende Fragestellung entwickeln, empirisch untersuchen, die Daten systematisch auswerten und die Ergebnisse präsentieren, wird „Forschendes Lernen“ genannt. Hierbei steht nicht die Forschungstätigkeit als solche im Vordergrund, sondern der theorie- und methodengeleitete Zugang zum Berufs- und Handlungsfeld Unterricht und Schule. Ziel ist die Ausbildung von Reflexionskompetenz, Leitbild der „reflective practioner“ – eine Lehrkraft, die sich nicht bloß dem Handlungsdruck in der Unterrichtssituation beugt, sondern sein Handeln reflektieren und begründen kann.

In der Reihe CIVES-FLiP (Forschendes Lernen im Praxissemester) wollen wir gelungene Projekte von Studierenden einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen. Die veröffentlichten Beiträge geben exemplarische Einblicke in die Unterrichtsplanung und -praxis, den Methoden- und Medieneinsatz sowie fachliche Lernprozesse und -produkte. Über den individuellen Erkenntnisgewinn einzelner Studierender hinaus kann Forschendes Lernen somit für die Unterrichtsqualität in den sozialwissenschaftlichen Fächern fruchtbar werden.

Auch wenn die Studienprojekte keine repräsentativen Ergebnisse bereitstellen, keine strengen Wissenschaftskriterien erfüllen und nicht verallgemeinerbar sind – es sind authentische Lernprodukte – denken wir von CIVES, dass die in dieser Reihe veröffentlichten Beiträge auch für Dritte, Studierende sowie bereits im Beruf stehende Praktiker*innen, Anregungen für die Lehr-Lern-Prozesse im sozialwissenschaftlichen Fachunterricht bieten können.

Die CIVES-Reihe FLiP wird von Claudia Luft koordiniert.

ISSN (Print) 2628-8648
ISSN (Online) 2626-8656

NEU: CIVES-FLiP #1

Cives-FLiP-#1Tom Kuhles:
Gendergap bei ökonomischen Themen im Politikunterricht

Welche geschlechtsspezifischen Unterschiede gibt es?

Forschungsergebnisse haben geschlechterabhängige Unterschiede bei Interessen festgestellt. So sind männliche Jugendliche zwischen 12 und 25 Jahren häufiger politisch interessiert als weibliche Jugendliche (SHELL 2015) und interessieren sich für stärker für Politikfelder, wie Finanz-, Wirtschafts-, Außen und Sicherheitspolitik, weniger für Jugend-, Bildungs-, Familien-, Umwelt- und Gleichstellungspolitik.

Hieran anknüpfend untersuchte Tom Kuhles in seinem Praxissemester, ob sich auch in seinem sozialwissenschaftlichen Unterricht geschlechtsspezifische Unterschiede bei ökonomischen Themen zeigen: Sind wirtschaftliche Themen tatsächlich eher für Jungen interessant? Und wenn ja, gibt es besonders interessierende ökonomische Inhalte?

Für sein Studienprojekt entwickelte der Autor einen eigenen Fragebogen in Anlehnung an die Inhaltsfelder des Kernlehrplans NRW mit ökonomischen Schwerpunkt. Er befragte 50 Gymnasial-Schüler*innen der Oberstufe schriftlich.

Die Arbeit erläutert die theoretischen Grundannahmen des Studienprojekts, dokumentiert die Erhebungs- und Auswertungsmethodik und präsentiert Ergebnisse. In einem Resümee werden sowohl Erkenntnisse als auch Forschungsdesign kritisch reflektiert und Implikationen für die Unterrichtsplanung formuliert.

Über den Autor

Tom Kuhles studierte an der Universität Duisburg-Essen die Fächer Sozialwissenschaften und Biologie für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen. Er schloss im Frühjahr 2019 erfolgreich den Master of Education (M. Ed.) ab und absolviert aktuell sein Referendariat.

Download CIVES-FliP #1