Demokratiespielformate für den Unterricht kennenlernen und gemeinsam ausprobieren

Spielerische Elemente sind integraler Bestandteil handlungsorientierter Methoden im Unterricht. Sie können kognitiv anregen und emotionale Lernanreize bieten (vgl. z.B. Weber, 1995). Auch für professionellen Politikunterricht gilt seit langem, dass dieser „mehr sein muss als die rein intellektuelle Aneignung von Sach- und Fachwissen. Er schließt [.] die Handlungsdimension mit ein“ (Massing, 2020, S. 20). Hierfür eignen sich nicht nur Pro-Contra-Debatten, Talkshows, Zukunftswerkstätten oder Planspiele – auch kleinere spielerische Elemente können die politischen Kompetenzen von Schüler*innen und deren Lernfreude im Fach fördern.
So erscheint es stimmig, dass der vor kurzem veröffentlichte 3. Demokratiebericht NRW ebenfalls mehr spielerische Elemente in der politischen Bildung empfiehlt (lpb, 2026, S. 120). Gleichzeitig leidet insbesondere ein Nebenfach wie Gesellschaftslehre/Wirtschaft-Politik/Sozialwissenschaften unter den aktuellen Schieflagen des Bildungssystems, wie bspw. Lehrkräftemangel, Unterrichtsausfall, fachfremdem oder nicht-qualifiziertem Unterricht (Stichwort: Studierende als Vertretungslehrkräfte) (SWK, 2023). Wie also aktivierend und schülerorientiert Politik unterrichten bei zunehmend ungünstigen Bedingungen?

Eine große Unterstützung bieten erprobte Demokratiespielformate, wie z.B. von mitMachen e.V. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, Jugendliche und junge Erwachsene in ihrer politischen Handlungsfähigkeit und demokratischen Selbstwirksamkeit zu stärken und hierfür verschiedene pädagogische Formate entwickelt. Sie setzen dabei auf der kleinsten Ebene der Demokratie an: der Kommune.

Mit ihrem Projekt „Demokratiebrücken – Kommune als Ort der Demokratie entdecken!“ zeigen sie in verschiedenen Demokratiespielen, wie man im eigenen Wohnort etwas bewegen kann: von Redemöglichkeiten in der Gemeindevertretung, Bürgermeister-Sprechstunde, Petition, Demonstration bis zum Bürgerbegehren und Bürgerentscheid etc. 2024 wurden sie hierfür mit dem bap-Sonderpreis Politische Bildung ausgezeichnet.
In einem exklusiven Workshop für UDE-Masterstudierende zum Thema „Demokratie spielerisch(er) vermitteln“ haben Sie als angehende Lehrkräfte, die teilweise bereits vertretungsweise unterrichten, die Gelegenheit, vier konkrete Spielformate kennenzulernen und unter Anleitung ausprobieren zu können.
Bei diesem kompakten Zusatzangebot vertiefen Sie Ihr Wissen zu kommunalen Partizipationsmöglichkeiten und erlernen konkrete Methoden für spielerische Demokratievermittlung. Der Workshop bietet eine theoretische Auffrischung des Themas politische Freiheitsrechte, örtliche Beteiligungsverfahren und Kommunalverfassungen sowie eine inhaltliche Vorstellung der Spiele. Der Schwerpunkt liegt auf der eigenen praktischen Erprobung und Erörterung verschiedener Einsatzszenarien.
Sie profitieren sowohl fachlich als auch pädagogisch durch die Expertise des Referenten-Duos:

Dr. Carsten Herzberg ist Politikwissenschaftler und Experte für Demokratiepolitik und Beteiligung. Er ist Autor verschiedener Bücher und Aufsätze sowie Gründungsmitglied von mitMachen e.V. Gemeinsam mit dem Erlebnispädagogen Chris Zimmermann gibt er Ihnen konkrete Ideen, wie Sie das politische System Deutschlands und kommunale Beteiligung interaktiv(er) unterrichten können.
Eckpunkte
Der Workshop findet statt am Donnerstag, den 18. Juni 2026 von 08:30 bis 14:30 Uhr am Universitätscampus Essen, Raum R11 T04 C69, Universitätsstraße 2, 45141 Essen.
Aufgrund öffentlicher Förderung entstehen für Sie keine Kosten.
Die Anzahl der Teilnahmeplätze ist auf 25 Personen begrenzt. Es ist eine Anmeldung über das untenstehende Anmeldeformular erforderlich. Die Anmeldungen werden nach dem Datum ihres Eingangs berücksichtigt, es wird mit Warteliste gearbeitet. Anmeldefrist ist Mittwoch, der 20. Mai 2026.
Hinweis: Wir bitten Sie um frühestmögliche Abmeldung, falls Sie wider Erwarten nicht teilnehmen können. Nur so kann eine andere interessierte Person von der Warteliste nachrücken. Im Falle von „no show“ (unabgemeldete Nicht-Teilnahme) behalten wir uns vor, Anmeldungen für künftige Veranstaltungen nicht mehr anzunehmen. Wir möchten dadurch unsere Veranstaltungsqualität für die Teilnehmenden schützen.
Anmeldung
