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Über uns

Politik, Wirtschaft und Gesellschaft verstehen – Demokratie leben

Flyer CIVESDemokratie ist eine Idee, für die Menschen immer wieder eintreten müssen. Sie ist auf kompetente und engagierte Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Zivilgesellschaftliches Engagement und Demokratiekompetenz setzen Wissen über Politik, Wirtschaft und Gesellschaft voraus.

Die CIVES! School of Civic Education unterstützt durch ihre Angebote rund um den Studiengang Master of Education Sozialwissenschaften (werdende) Lehrkräfte dabei, Wissen, Kompetenzen und Engagement im sozialwissenschaftlichen Unterricht zu fördern. Sowohl in der Lehrerbildung, als auch im Unterricht steht dabei eine integrative politische Bildung im Fokus. Verschiedene sozialwissenschaftliche Fächperspektiven werden ernst genommen, fachwissenschaftliche Kontroversen berücksichtigt und der interdisziplinären Dialog gesucht.

Ein weiteres Anliegen der CIVES! School of Civic Education ist die Förderung der Zusammenarbeit zwischen Universität und Schule – insbesondere im Hinblick auf das Praxissemester, das ein fester Bestandteil des Studienganges ist. Hierzu vernetzen wir die Lernorte Universität, Zentren für Schulpraktische Lehrerausbildung und die Schulen der UDE-Ausbildungsregion.

• Warum uns die Sozialwissenschaften wichtig sind ...

SchulklasseSozialwissenschaftlicher Schulunterricht unterscheidet sich von anderem Unterricht durch seine Vielfalt an wissenschaftlichen Bezugsdisziplinen. Nicht nur aus der Soziologie, sondern auch der Politikwissenschaft und den Wirtschaftswissenschaften speisen sich seine Gegenstände. Er ist also eine interdisziplinäre Angelegenheit. Die Bereitschaft, einen Gegenstand aus mehreren Perspektiven zu betrachten und diese Fähigkeit an Schüler/-innen zu vermitteln, stellt nur eine der vielen Herausforderungen dar, denen Lehrkräfte im Schulalltag begegnen.

Da ist zum einen die heterogene Schulfach-Bezeichnung. Nicht nur die einzelnen Bundesländer, auch die verschiedenen Schulformen und Stufen haben unterschiedliche Unterrichtstitel: „Politik/Wirtschaft“, „Sozialwissenschaften“, „Gesellschaftslehre“, um nur ein paar Beispiele zu geben. Mit den verschiedenen Benennungen variieren auch die inhaltlichen Schwerpunkte. Dies kann sogar in einer Loskopplung einzelner Disziplinen aus dem Fach münden, wie z. B. in Baden-Württemberg, wo seit kurzem das eigenständige Fach „Wirtschaft“ eingeführt wurde. Von den Lehrkräften ist daher hohe Flexibilität und breites, gleichzeitig tiefenscharfes Fachwissen gefordert.

Die Aktualität der Themen ist zusätzlich anspruchsvoll. Um das Interesse von Schülerinnen und Schülern zu fördern, sind die Berücksichtigung aktueller Themen und der Bezug zur Lebenswelt der Schüler/-innen wichtig.

Zum anderen kommen viele Erwartungen und Funktionen in der schulischen sozialwissenschaftlichen Bildung zusammen. Neben der Bildung von demokratiekompetenten Staatsbürgerinnen und –bürgern werden hier bspw. die Berufs- und Lebenswegplanung sowie die Verbraucherbildung adressiert. Diese Vielzahl an Erwartungen steht in einem Spannungsverhältnis zu einer geringen Stundenanzahl in der Schulwoche.

Hinzu kommt, dass bislang noch keine verbindlichen Bildungsstandards verabschiedet wurden. Die Diskussion über das „Was“ und „Wie“ des guten sozialwissenschaftlichen Unterrichts hält an und bekommt durch neue Ergebnisse aus der fachdidaktischen Bildungsforschung immer wieder neue Diskussionsanlässe.

Trotz (oder vielleicht gerade aufgrund) all dieser Herausforderungen sind die sozialwisenschaftlichen Unterrichtsfächer hoch spannend und für eine demokratische Gesellschaft unerlässlich. In der Schulentwicklung haben sie bereits öfters als Impulsgeber gewirkt, sei es aufgrund der Methoden, die hier besonderen Raum einnehmen, oder bei Veränderungen hin zu einem demokratischen Schulklima.

Mit der CIVES! School of Civic Education setzt die Universität Duisburg-Essen bewusst ein Zeichen für die Bedeutung des sozialwissenschaftlichen Schulunterrichts für Gesellschaft und Demokratie.

• Was wir unter Civic Education verstehen ...

Die Debatte um Politik- vs. Demokratielernen ist in der politischen Bildung traditionell tief verankert. Helfen erfahrungsbasierte Zugänge im Klassen- und Schulkontext bei der Durchdringung von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft oder ermöglicht erst ein kognitives Wissen und Verstehen das partizipative Handeln in einer Demokratie? Schließt beides einander aus oder gehört es nicht vielmehr zusammen? In unserer Arbeit verstehen wir unter „Civic Education“ eine sozialwissenschaftliche Bildung, die das Leitziel eines demokratischen Staates mit kompetenten und zivilgesellschaftlich engagierten Bürgern/innen verfolgt.

Gerade der neue politikdidaktische Vorschlag eines Kompetenzmodells für die schulische politische Bildung betont die Wechselwirksamkeit von Fachwissen, Urteilsfähigkeit, Handlungsfähigkeit, aber auch Einstellungen und Motivation beim Erwerb von Wissen und Können. Handlungsorientierte Methoden und kooperative Lehr-Lernformen fördern neben den kognitiven auch die emotionalen und sozialen Fähigkeiten und können die Ausbildung einer staatsbürgerlichen Grundhaltung unterstützen.

Wenn Jugendliche im Politik-/SoWi-Unterricht politische, ökonomische und gesellschaftliche Zusammenhänge verstehen und ein erstes Handlungsrepertoire erlernen, so können sie sich für ihre eigene Bürgerrolle – sei es als reflektierte Zuschauer oder als Aktivbürger – jederzeit neu entscheiden und sich an der Gestaltung und Weiterentwicklung der Demokratie beteiligen.

• Was integrative Lehrer/-innenbildung im Fach Politik/SoWi an der UDE bedeutet ...

Alles aus einer Hand: Sowohl die politikwissenschaftlichen, soziologischen, wirtschaftswissenschaftlichen als auch fachdidaktischen Studieninhalte werden an der Fakultät für Gesellschaftswissenschaften angeboten.CIVES-Säulen Und zwar als Veranstaltungen, die für zukünftige Lehrkräfte konzipiert sind – räumlich konzentriert am Campus Essen.

Gerade im Bereich der Wirtschaftswissenschaften ist dies ein echter Pluspunkt: Die Ökonomie-Lehre wird so auf die besonderen Ansprüche des Lehrer/-innennachwuchses zugeschnitten, beispielsweise in Master-Seminaren wie „Wirtschaft und Schule“. Schließlich braucht es ökonomisch kompetente Lehrer/-innen – und keine Ökonomen im Klassenraum.

Fachwissenschaftliche Kompetenz setzt jedoch auch voraus, dass alle fachwissenschaftlichen Perspektiven – seien sie ökonomisch, politikwissenschaftlich, soziologisch oder fachdidaktisch – gleichermaßen ernst genommen werden. Die zukünftigen Lehrer/-innen sollen in die Lage versetzt werden, diese verschiedenen Blickwinkel einzunehmen. Eine multiperspektivische Ausbildung zu gewährleisten, die dem Dialog der Disziplinen als Leitziel verpflichtet ist: Dafür engagiert sich CIVES.

• Weshalb wir Kontroversität hervorheben ...

CIVES-PraxistestIm Jahr 1976 wurden drei Leitgedanken formuliert, die in der politischen Bildung bis heute höchste Relevanz besitzen. Einer dieser Leitgedanken ist das „Kontroversitätsgebot“: Was in Wissenschaft und Politik kontrovers ist, muss auch im Unterricht kontrovers erscheinen. Möglicherweise ist es sogar die Aufgabe der Lehrkraft, die Positionen besonders herauszuarbeiten, die den Schülern und Schülerinnen eher fremd sind.

Um einen solchen Unterricht zu gewährleisten, müssen (zukünftige) Lehrer/-innen allerdings erst einmal wissenschaftliche und politische Kontroversen kennenlernen und Positionen hier einordnen können: Deshalb sind zum Beispiel unsere wirtschaftswissenschaftlichen Lehrveranstaltungen so angelegt, dass Studierende dort mit konkurrierenden Denkschulen vertraut gemacht werden. Und auch in unseren Lehrerfortbildungen sind wir der Idee verpflichtet, verschiedene Positionen miteinander zu kontrastieren.

Ein weiteres Feld, in dem Kontroversität sichergestellt sein muss, sind Unterrichtsmaterialien. Ermöglicht durch das Internet stellen heutzutage viele Anbieter – Verbände, Unternehmen, Denkfabriken, NGOs – kostenlose und staatlich ungeprüfte Materialien für den Politik/SoWi-Unterricht zur Verfügung. Hier ist von Seiten der Lehrkräfte besondere Aufmerksamkeit geboten. Eine schwierige Aufgabe, bei der CIVES helfen möchte, zum Beispiel mit unserer Reihe CIVES-Praxistest.

Das CIVES-Profil können Sie hier auch als PDF-Datei herunterladen.

Anlässlich unseres ersten Geburtstages haben wir außerdem eine Reihe von Postern angefertigt, die über die Schwerpunkte der CIVES-Arbeit und unsere Aktivitäten im ersten Jahr informieren: